Donkey goes Kayak 2018

Slalomcross auf dem Diekircher Wildwasserkanal

Letzten Herbst wurde am neuen nationalen Wildwasserzentrum (CNEV) in Diekirch das erste Mal ein Slalomcross ausgetragen und in dieser neuen Disziplin im französischen Pau auch erstmals ein Weltmeister gekürt. Wieso diese junge Disziplin so im Aufwind ist, konnte man diesen Samstag beim zweiten „Donkey goes Kayaking“ wieder bei wilden und engen Duellen beobachten.

Ganz nach dem Reglement der ICF startete der veranstaltende Cercle Nautique Diekirch die Jugend zuerst in einem gezeiteten Qualifikationslauf. Wirklich spannend wurde es bei der gut organisierten, aber dennoch familiären Veranstaltung wenig später: Da starteten jeweils vier Paddler ins Viertelfinale und nur die schnellsten zwei kamen weiter. Obwohl der Wildwasserkanal deutlich weniger Tore hatte als etwa bei einem klassischen olympischen Slalom bringt die Konkurrenz durch drei andere Athleten, die einen mit dem eigenen Boot schieben oder abdrängen können so viel Schwierigkeit, dass sich im ersten Halbfinale mit dem lokalen Paddler Colin Schartz nur ein Paddler fehlerfrei ins Ziel rettete. Mit den ambitionierten Bitburger Abfahrtspaddlern Niklas Ernst und Simon Baatz kannte er dort allerdings starke Konkurrenz. Simon Baatz war nach der deutlich schnellsten Qualifikationszeit und souverän gewonnenem Viertel- und Halbfinale favorisiert. Mit zu viel Risiko verpasste er jedoch gleich das erste Tor und nervenstark nutzte Colin Schartz seine Chance. Mit den jeweils besten Qualifikationszeiten ihrer Kategorie sorgten der fünfplatzierte Louis Besch als bester Scolaire und Anne Ganterel als 8. und beste Frau für einen unerwarteten Triumph des lokalen Clubs.

Gegen die Paddler aus der Großregion tat man sich in der Herrenkategorie da schon deutlich schwerer: Neben dem starken Trierer Vorjahressieger Sebastian Romberg war auch der Jugendsieger 2017 Tillmann Messerich in dieses Rennen aufgerückt. Das Spannende am Slalomcross ist dabei, dass die Rennen unerwartete Wendungen nehmen können und man niemals aufgeben sollte. Im schwersten Viertelfinale wurde Yves Zimmer im harten Fight gleich am ersten Tor gekentert, rettete sich aber mit einer Eskimorolle aus dem Gewühl und konnte mit einer agressiven Linie am letzten Aufwärtstor sogar noch in Extremis den Zweitplatzierten weg blocken. Im Halbfinale schied dann der in der Qualifikation schnellste Diekircher Siggi Zigrand als Führender auf seiner ebenso schnellen wie riskanten Linie mit einem sehr knapp verpassten Tor aus, während der Zweite von 2017 Borrel Borrelbach im gleichen Lauf am ersten Tor weggeblockt wurde. Dafür überholte im anderen Halbfinale wieder der ziemlich hoffnungslos letzte Yves Zimmer auf der Außenbahn die beiden vor ihm Liegenden. Der erfahrene, aber sehr fitte Veteran (+50 Jahre) Markus Buser hatte sich als eigentlich souveräner Zweiter noch am letzten Duell in einen Zweikampf verwickelt.

Im überaus spannenden Finale lieferte sich dann Sebastian Romberg von den Trierer Kanu Fahrern über die gesamte, gut einminütige Strecke ein Kopf-an-Kopf Rennen mit dem zwei Meter Hünen Philippe Braquet vom Kayak Club Hesper. Dem favorisierten jungen Papa ging am Ende von vier anstrengenden Läufen dann alelrdings etwas die Luft aus. Am letzten Tor schob sich Philippe Braquet vorbei und er konnte ihm bei der Einfahrt in die Strömung der Sauer nur noch einen letzten Stupser mitgeben. Damit provozierte er allerdings den entscheidenden Fahrfehler, der dem Hesper Paddler nur wenige Meter und einen Paddelschlag vor dem Ziel noch den sicher geglaubten Sieg kostete. Womit Sebastian Romberg seinen zweiten „Donkey goes Kayaking“ gewann.

Die Resultate

Herren: 1. Sebastian Romberg (Trierer Kanu Fahrer); 2. Philippe Braquet (Kayak Club Hesper); 3. Tillmann Messerich (TVBitburg/ 1. Junior); 4. Yves Zimmer (CND); 5. Markus Buser (CND/ 1. Veteran).

Jugend/ Frauen: 1. Colin Schartz (CND/ Cadet); 2. Simon Baatz (TVB); 3. Niklas Ernst (TVB); 4. Louis